Frank Händeler MA

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Choreograf, Performer, Tanztheater Pädagoge und Wissenschaftler. Händeler ist Mitgründer und künstlerisch Verantwortlicher des UB Kollektives in Frankfurt am Main, der  u.a künstlerischer Leiter des Tanztheater Kompanie E.D.G.E. in Co aus Amsterdam (NL), der Universität Tanztheatergruppe NESP in Feira de Santana (BR), des sozial-kulturellen Tanztheater Community Projektes „Casa Matria“ in Salvador ( BR) war. Er absolvierte einen Masterstudiengang des Postgraduierten Programm in Tanz-Theater Wissenschaften an der Bundesuniversität von Bahia, Brasilien (UFB), mit der Feldforschung über die Beziehung, von sakralen Ritualen, der afro-brasilianischen Religion Candomblé, in Bezug auf moderne Rituale (performing arts). Für dieses Studium erhielt Händeler ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), in Form eines dreijährigen Auslandsstipendium.

Frank Kurt Händeler MA, geboren in Wuppertal (D) am 14.11.1962.

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Händeler begann seine Ausbildung in den darstellenden Künsten 1977 in Wuppertal mit TänzerInnen des Pina Bausch Ensembles. Diese intensive Erfahrung prägt seine künstlerische Laufbahn bis heute. Seine Inszenierungen variieren von zeitgenössischem multidisziplinären Tanztheater Performances, sozial politischen Straßentheater, Inszenierungen in naturlandschaftlichen Umgebungen, Fabriken und auf öffentlichen Parkanlagen und Plätzen, Bodypainting Interventionen, künstlerischen integrativen Projekten in Communities (Favela) bis hin zu Staatstheater abendfüllenden TanzTheater Gesamtkunstwerken. Händeler gewann mit seinen Choreografien zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen und Stipendien. Ob in der brasilianischen Favela, in einer amerikanischen Universität oder im Rahmen europäischer Flüchtlingsarbeit – als Performer, Choreograf, Pädagoge und Wissenschaftler agiert Händeler in unterschiedlichen sozial kulturellen Kontexten. 2010 erhielt Händeler seinen Master in Performance Art an der staatlichen Universität für Tanz und Theater Wissenschaften in Salvador/Brasilien.

In den letzten Jahrzehnten arbeitete er unter anderen, mit internationalen Koryphäen wie Robert Wilson, Operndirektor (USA), Shusaku Takeuchi/Bodytorium Japanischer Choreograaf (Niederlande), Maria Tallchief/Chicago City Ballett, Direktorin (USA), Michael Borisnikov/American Ballett Theaters, Choreograaf(USA), Edd Wubbe/Scapino Balletts, Choreograaf (Niederlande), Jaqueline Knoops/Nieuwe Dansgroep, Choreograafin (Niederlande), Felix de Roij, Theaterregisseur (Niederlande), Loyd Newson/Tanz-Theater Kompanie DV 8, Choreograf (England), Kasu Ohno, Buto Choreograaf und Lehrer (Japan), Elisabeth Corbet und Michael Schuhmacher/Frankfurt Ballett, TänzerInnen, PädagogInnen, ChoreograafInnen (Deutschland), Gabri Christa, Choreografin (Antillen/Niederlande), Ron Bunzl Choreograf (Niederlande), Philip Glass Komponist (USA) Henri Carel van Zanten/Lucid Terror, Textschreiber, Sänger und Regisseur (Niederlande),

Aktuelle Zusammenarbeit 2018:

Dora Fanelli, sozial künstlerische Community Arbeit, EU Erasmus + Projekt 2018-19 (Spanien, Italien, Deutschland), Tanz der Kulturen e.V. Stephanie Bongoura, Tanztherapeutin, Wissenschaftlerin und Vereinsleiterin Hamburg (Deutschland)

Händeler über sich und seine Beziehung zur Kreativität;

Für mich ist die „Kunst“ die ich sehr intensiv seit 40 Jahren ausübe eine Art des Überlebens, um gerade diese Schwächen, die wir Menschen alle in uns tragen zu transformieren in etwas Positiven konstruktiven. Herauszufinden wie viel in unserer Tiefe steckt, das Verborgene und Kreative in uns zu stimulieren und es herauszufinden, bewusst zu machen, zu entwickeln und zu realisieren ! Dazu gehört auch der Schmerz des wirklichen Hinsehens und Empfindens unseres menschlichen Vermögens so wie unseres Unvermögens. Dass mir immer wieder deutlich wird, wenn ich mir die Tagesschau ansehe und die erschreckenden Berichte von Gewalt sehe ! Weggucken, verschönern oder camouflieren hilft da auf Dauer nicht, es mildert nur den Schmerz, aber dass reicht mir nicht. In magischen künstlichen Umgebungen können wir kreativ mit unserem Bewusstsein umgehen und wenn das Leben uns nicht schon zu „um/un-gestaltet’ hat, haben wir mittels der Wege der Kreativität, der Bewusstseinswerdung und der Heilung. Ein Chance etwas Lebenswertes zu gestalten, aus uns zu machen. Für mich sind Performances Entdeckungsreisen in uns selbst, die auch Gruppen erlebt, gestaltet und geteilt werden können. Diese verinnerlichten, vielschichtigen Qualitäten und Erkenntnisse mit anderen zu teilen, ist eines der wesentlichsten Absichten meiner Performances und meiner pädagogischen Arbeit. (Händeler im Interview mit Bangoura 2017 Frankfurt am Main)

Händeler verfügt über gute Sprachkenntnisse in Schrift und Wort in Deutsch, Englisch, Niederländisch und Portugiesisch sowie Grundkenntnisse in Spanisch.

Künstlerische Ausbildung:

Vor über 38 Jahren begann der Performer, Choreograph, Akademiker und Pädagoge Frank Händeler seine internationale Karriere im Bereich der Performing Arts (Tanz /Theater).

Er begann seine Ausbildung 1977 in den darstellenden Künsten in Wuppertal mit Tänzer*innen des Pina Bausch Ensembles. Eine intensive Erfahrung, die seine künstlerische Laufbahn bis heute prägt. Er graduierte 1984 an der „Chicago City Ballett School of Performing Arts“ (USA) und absolvierte eine zweijährige Zusatzausbildung für modernen Tanz, Improvisation und Tanzpädagogik an der Rotterdamer Tanzakademie (NL). 2004 begann er ein Postgraduiertenstudium in Tanztheaterwissenschaften an der Bundesuniversität von Salvador in Brasilien(UFB), mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Performer/ Tänzer:

Als Performer/Tänzer arbeitete er u. a. mit Koryphäen wie Robert Wilson (Internationaler Operndirektor (USA)), Shusaku Takeuchi (Choreograf und künstlerischer Leiter des Bodytorium (NL)), Maria Tallchief (Direktorin des Chicago City Balletts (USA)), Michael Borisnikov (Direktor des American Ballett Theaters (USA), Edd Wubbe (Direktor des Scapino Balletts aus Rotterdam (NL)), Jaqueline Knoops director of the Nieuwe Dansgroep in Amsterdam (NL), Felix de Roij (Avantgarde Theatermacher (NL)), Loyd Newson (Direktor der Tanz-Theater Kompanie DV 8 aus London,(GB)), Kasu Ohno (Koryphäe des japanischen Ausdruckstanz, Butoh (JP)), Elisabeth Corbet und Michael Schuhmacher (Tänzer*innen und Choreograf*innen des Frankfurt Balletts, (D)), Gabri Christa/afro caribische Choreografin aus den Antillen (NL), Ron Bunzl (Experimenteller Theatermacher (NL)), Philip Glass (Komponist (USA)) und Performance Artist, Regisseur, Sänger und Textgestalter Henri Carel van Zanten des Sound-Collagen Kollektiv Lucid Terror (NL).

Choreograf:

Zusammen mit Tanzpartnerin Diane Elshout gründete er 1996 die multidisziplinäre Tanztheatergruppe EDGE in Co., in Amsterdam (NL) und erhielt sechs internationale Auszeichnungen (Jury und Publikumspreise) für „herausragende Choreografie, Performance, Text und Sound-Collage“. Mit ihrer ersten Choreografie EDGE – Even Doubts Get Even, auf den internationalen Choreografie Wettbewerben in Hannover(D), Groningen(NL), Nagoia (Japan) und Krakow (PL). Link zu Performance EDGE: https://youtu.be/4dAszyErBw4. Weitere internationale Auszeichnungen und Stipendien zeichnen seine Karriere als Choreograf, Performer und Akademiker aus. Er erarbeitete 24 Choreographien in Zusammenarbeit mit Diane Elshout und dem verbundenen Musik Kollektiv Lucid Terror und anderen Künstler*innen aus verschiedenen Sparten. Die Erarbeitung der Choreographien entstand im kollektiven Prozess und in Zusammenarbeit mit bekannten Dramaturg*Innen wie Jaqueline Knoops, Ron Bunzle, Shusaku Takeuchi und Hildegard de Vuyst.  Er präsentierte seine Choreografien regelmäßig in Europa, Nord- und Südamerika, Süd Afrika, Türkei, Japan und Russland, auf unterschiedlichen Bühnen, von Staatstheatern, wie das Aalto Theater in Essen (D), aber auch in Favela Dörfern, auf der Straße und auf Dorfplätzen, oder in Amsterdamer Fabrikhallen, auf dem Oerol Festival (NL) in Dünen, auf dem Strand, bis hin zu Wasserbehältern, Flüssen, auf Strassen und Sandhalden.

Tanztheater – Choreografie „Mind and Matter/Gedankensprünge“ von Diane Elshout/Frank Händeler in Kooperation mit dem Musik Kollektiv Lucid Terror and Saenger und Textschreiber  „Wisecrack“ – Henri van Zanten mit  mit dem Aalto Ballett  Essen unter der Leitung von Martin Putke in 1996.[facebook url:https://www.facebook.com/fhandeler/videos/10150219448001499/

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Universitäre Laufbahn:

Er beendete 2010 seinen Masterstudiengang des Post Graduierten Programm in Tanz-Theater Wissenschaften an der Landesuniversität von Bahia, Brasilien (UFBA), mit der Feldforschung über die Beziehung, von sakralen Ritualen in Bezug auf moderne Rituale (Performance Art), der afro-brasillianischen Religion Candomblé. Für dieses Studium erhielt Händeler eine Auszeichnung vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), in Form eines dreijährigen Auslandsstipendium. Er wurde während seiner Laufbahn durch weitere Stipendien für seine Feldforschung im Bereich Tanz-Theater unterstützt (USA, D, Nl, J).

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2010 publizierte er die Studie „Metamorphose“, eine Studie über sakrale Rituale in Bezug auf Tanz- Theater im Bereich der Darstellenden Künste und veröffentlichte außerdem den Artikel „Meine Haut erinnert sich“, zum Thema Post-Dramatik über marginale künstlerische Expressionen.

Video-Ausschnitt: Performance Metamorfoses inspiriert durch die Studie über die sakralen Rituale der afro- brasillianischen Religion Candomble. Theater ICBA Goethe Institut Salvador Bahia Brazil in (2008).

Dozent Tanz/Theaterpädagogik:

2011 gründete Händeler, zusammen mit Professorin Yolanta Rekawek die erste brasilianische Tanztheatergruppe NESP (Nukleo in Performance Studien), an der staatlichen Universität von Feira de Santana (BR) und war zwei Jahre lang künstlerischer Leiter dieser Tanz-Theatergruppe. In dieser Zeit war Händeler auch Dozent für Tanz-Theater Pädagogik an der genannten Universität.

Besondere Erinnerungen an die Gründung der 1. Tanztheatergruppen und dem Nukleo der Performativitaet, an der Staatlichen Universitaet von Feira de Santana Brazil in 2011, zusammen mit Professorin Yolanda Renkawek. Dokumentation des TV ohlios/Augen in portugiesisch.

O Núcleo de Estudos da Espetacularidade da UEFS apresenta suas propostas e a peça Eles Não Querem Nada/ Sie wollen gar nichts, eine kritische Sich über das brasilianische Universitäts und Schulsystem.

Sozial-kulturelle Projekte:

Weiterhin war Händeler von 2011 bis 2013 der künstlerische Leiter und Projekt -Koordinator des CommunityFavela“ Projekts‚ Casa Matria in Salvador (BR) für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Schichten.

2015 war er künstlerische Leiter des sozial – kulturellen Projekt „Land in Sicht?“ mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten des AWO Aufnahmeheims und Frankfurter Jugendlichen aus sozial schwachen Schichten.

Im Jahr 2014 kehrte Händeler nach 31 Jahren Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurück, um mit der Theater Company antagon theaterAktion in Frankfurt am Main zu arbeiten. In der Funktion als Choreograf, Co-Programmersteller für das Tanzprogramm des Sommerwerft Festivals und Performer des Repertoires. Händeler war der Mitbegründer des antagon body Labs – Laboratorium zur Entwicklung zukunftsweisender Kulturarbeit und des ersten Symposiums, des Sommerwerft Festivals, zum Thema, der Relevanz von Theater im öffentlichen Raum (Sieh Artikel unter:http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Das-Theater-auf-die-Strasse-bringen;art675,1186177),

2016 gründete Händeler zusammen mit Simone Wedel das kollektiv ÜberBrücken, ein kollektives Netzwerk für kulturelle und sozial–kulturelle Projekte.

Seid 2015 ist Händeler  Beisitzer des Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste in Hessen.

Inszenierungen als Choreograf und Performer in Zusammenarbeit mit Diane Elshout und dem Sound Collagen Kollektiv Lucid Terror: