Politik Raum von UeberBruecken

text in englishHier finden Sie/Ihr Gedanken von Navid Maneshkarimi, Frank Händeler und weiteren TeilnehmerInnen von ÜberBrücken, so wie allgemeine Informationen zur Kulturpolitik, zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation.

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»Welt.Kultur.Politik«

9. Kulturpolitischer Bundeskongress mit Ministerreden eröffnet

Die Kulturpolitische Gesellschaft und die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb haben ihren 9. Kulturpolitischen Bundeskongress »Welt.Kultur.Politik – Kulturpolitik und Globalisierung« im Tagungshotel Aquino in Berlin mit großer Beteiligung eröffnet.

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters MdB, die den Kongress maßgeblich fördert, erklärte in ihrer Begrüßungsrede: »Anliegen der Kultur- und Medienpolitik der Bundesregierung ist es, eine Kultur der Verständigung zu fördern – in der Erinnerungspolitik ebenso wie beim Schutz des kulturellen Erbes oder in der Förderung der künstlerischen Avantgarde. Verständigung erfordert einerseits ein Bewusstsein der eigenen Identität – Klarheit darüber, was uns ausmacht als Deutsche und als Europäer. Denn nur wer das Eigene kennt und wertschätzt, kann auch dem Fremden Raum geben, ohne sich dadurch bedroht zu fühlen, und nur, wer sich begründet abgrenzen kann, ist imstande, unsere demokratischen Werte zu verteidigen. Verständigung erfordert andererseits aber auch, das Verbindende über das Trennende stellen zu können, das Menschliche über die Unterscheidung zwischen gläubig und ungläubig, zwischen deutsch und nicht-deutsch, zwischen weiblich und männlich, zwischen muslimisch und christlich.« (Pressemitteilung BKM)

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sagte anlässlich des Kongresses: »Wir müssen als Einwanderungsland dafür sorgen, die Erfahrungen unserer Kulturmittler auch hierzulande stärker zu nutzen, beispielsweise bei Fragen der Integration. Der Zugang zu Kultur und Bildung und damit die Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungen ist zentral, um Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.« (Presseerklärung Auswärtiges Amt)

In der Erklärung, der Kulturpolitischen Gesellschaft zum Kongress wird für eine kulturelle Weltinnenpolitik plädiert, die das Potenzial der Künste nutzt, um den Dialog über kulturelle Differenzen in der multikulturellen Gesellschaft zu ermöglichen. Der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, Prof. Dr. Oliver Scheytt, sieht in dem Kongress ein Signal an die Öffentlichkeit, gerade in konfliktreichen Zeiten, sich an den Prämissen der Offenheit und Vielfalt zu orientieren. »Die superdiverse Gesellschaft ist die größte Herausforderung für die Kulturpolitik in den nächsten Jahrzehnten. Wir brauchen neue Strategien und Konzepte, einen kühlen Kopf und vernünftige Gespräche mit den Repräsentanten der verschiedenen Kulturen. Kunst und Kulturarbeit können dafür Themen, Medien, Orte und Gelegenheiten anbieten. Kulturpolitik muss mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dafür sorgen, Kulturdialoge und Kulturinstitutionen im Sinne einer innergesellschaftlichen Friedens- und Demokratiepolitik neu auszurichten.«

Für die kulturelle Bildung reklamiert Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, die Herausforderung: »Wir haben eine globale Situation geschaffen, die sich in vieler Hinsicht kaum noch beeinflussen lässt. Das verlangt Klarheit und Verantwortungsübernahme, statt Uneinsichtigkeit und Beharren auf den eigenen Privilegien. Hinsichtlich der globalen Rezeption und Erfahrung von Gegenwart dürfen wir uns nicht mehr auf unsere vier Wände beschränken und auf hergebrachte Wahrnehmungsschemata verlassen. Wer Vielfalt leben und als Ziel verfolgen will, muss Ungleichheit bekämpfen und hinter sich lassen. Dekolonisierung ist Voraussetzung gelebter Diversität und muss in der Bildung als Prinzip und Methode zum Tragen kommen.«

Der 9. Kulturpolitische Bundeskongress, der in diesem Jahr mit über 70 nationalen und internationalen Fachleuten und über 400 Teilnehmer durchgeführt wird, wird seit 2001 in jedem zweiten Jahr von der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet und gilt mittlerweile als das Forum für Kulturpolitik in Deutschland. Veranstaltungspartner sind in diesem Jahr der Deutsche Städtetag, das Goethe-Institut und das Institut für Auslandsbeziehungen, das im Rahmen des Kongresses seinen 100. Geburtstag feiert. Statements der Veranstaltungspartner zum Kongress finden Sie hier: www.kupoge.de/kumi/pdf/kumi156/kumi156_060-063.pdf

Bonn/Berlin, 15. Juni 2017

Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Web: www.kupoge.de
Twitter: https://twitter.com/Kupoge

 

Von Navid Maneshkarimi;

Eine kleine Einleitung zu meiner Kolumne und Einstellung gegenüber „Fremde“

Du bist 8 Jahre alt, du bist ein Kind. Machst dir keine Gedanken darum wie dein Leben verläuft, findest Batman cool. Du wirst 16, alles verändert sich für dich. Plötzlich denkst du, du bist alt genug. Dann machst du Fehler, verliebst dich zum ersten Mal, findest Schule scheiße. Du wirst 24 und du weißt gar nicht was du wirklich willst. Du hast dein Studium oder deine Ausbildung abgeschlossen, fragst dich ob du jetzt arbeiten oder lieber weiter studieren sollst. Du wirst 32, du hast die Frau gefunden, denkst dir: „Ach, so fühlt sich das Leben an… Ich arbeite jeden Tag und bin jetzt erwachsen. Bald kriege ich Kinder, geil.“ Und zwischendurch kaufst du dir ein Haus oder ein Auto. Oder beides.

Das ist grob beschrieben wie wir leben werden, wirklich grob. Jeder von uns ist natürlich Individuell, wir werden unterschiedlich unsere Wege gehen, klar. Aber es läuft immer darauf hinaus, dass wir alt werden und irgendwann sterben. So läuft es im Leben. Wir sterben alle.

Was habe ich jetzt übersehen? Ja genau, die andere Seite dieser Welt: Die Menschen die vielleicht gar nicht 8 Jahre alt werden, weil sie nicht ausreichend ernährt werden können. Die, die sich mit 16 nicht verlieben können, weil sie jeden Tag arbeiten müssen, die nicht mal zur Schule gehen können. Die Menschen, die mit 24 ihr Zuhause verlieren, weil es zerstört wurde. Die Menschen, die mit 32 mit ihrer Familie in ein Land kommen müssen und von dessen Einwohnern angegriffen werden und deren Hass spüren. Die Menschen, die schon früh ihr Leben verlieren, die, die keine Heimat haben, die Menschen, die nicht mal wirklich wissen wie alt sie sind. Die Menschen die jeden Tag ums Überleben kämpfen.

Sowas können wir uns gar nicht vorstellen, uns geht es ja gut hier. Wir leben in Frieden, es gibt hier und da mal Idioten, aber im Grunde ist alles ganz harmlos. Hauptsache wir haben ein Dach über unseren Köpfen. Hauptsache wir haben alle die neuesten iPhones. Hauptsache wir können hier studieren, arbeiten, tanzen gehen…

Ich will gar nicht damit anfangen, dass unsere Welt blöd ist, oder dass irgendein bestimmtes Land schuld daran ist. Dass irgendeine Religion schuld daran ist. Nein, keine Schuldzuweisungen.

Ich meine wir haben alle unsere Probleme im Leben. Auch wenn wir im Gegensatz zu den anderen Entwicklungsländern in Luxus leben, müssen wir trotzdem jeden Tag etwas leisten, um hier für uns und unsere Familie zu sorgen. Alles human bis jetzt – gut, hier und da könnte man auf paar Sachen verzichten, ja ich rede von Leuten die wirklich gut leben und mehr als alles haben.

Leute, aber wenn FLÜCHTLINGE aus einem armen, zerstörten Land hier her kommen, die nichts mehr haben im Leben, Menschen die keine andere Option mehr haben, warum zur Hölle werden diese Menschen mit Hass empfangen? Wieso herrscht da ein gewisses Vorurteil? Sind wir wirklich so doof oder was stimmt mit unserem Bildungssystem nicht?

Ich verstehe die Welt nicht mehr, wenn ich so überaus dumme Kommentare in den sozialen Netzwerken lese. Ich könnte jeden Tag kotzen! Muss man uns wirklich von Null auf erklären, warum Flüchtlinge zu uns kommen? Ja Leute, wir verkaufen Waffen, die führen Krieg (für Dumme erklärt!) und suprise! – Wir bekommen Menschen ohne eine Heimat, Menschen die alles verloren haben. Menschen die sich anpassen müssen und eine neue Sprache lernen müssen.

Flüchtlinge sind Kriminelle? Es gibt Rassisten im Rollstuhl, lesbische Taschendiebinnen und Schwarze, die Zehenschuhe tragen. Trotzdem kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Gott sei Dank zünden ja auch nicht alle Deutsche Flüchtlingsheime an.

Sind wir alle denn echt zu dumm dafür um etwas Kleines zu spenden, oder unsere Hilfe anzubieten? Wir leben nur einmal auf dieser Erde, wir sterben eh bald alle, wieso sollten wir dann nicht gemeinsam etwas Schönes tun. Warum helfen wir anderen Menschen nicht? Sind wir alle zu EGOISTISCH?

Ja, wir leben nicht in einer perfekten Welt, aber wäre es nicht schöner, tolerant und anders zu sein, als die anderen Idioten auf dieser Erde? Wie vorher angesprochen haben wir auch unsere eigenen Probleme, aber ich bin mir fast sicher, dass jeder von uns Sachen besitzt, die man nicht mehr braucht. Jeder von uns hat auch mal einen freien Tag, dann lasst uns diesen doch nutzen, um etwas Kleines zu ändern. Ermöglichen wir doch einfach ein paar Menschen etwas (wenn auch wirklich nur etwas) schöner zu leben. Es ist doch ein schöneres Gefühl, wenn eine Familie aus dem Ausland sich hier wohlfühlt!

OK, Leute. Spoiler: Falls es überhaupt jemals so sein wird, dass wir in einer perfekten Welt leben, wird es noch sehr, sehr lange dauern. Bis dahin leben wir in Deutschland immer noch in einer ca. 572.000 Mal (QUELLE: VICE) besseren Welt als all die Flüchtlinge, die hier her kommen oder es versuchen. Und es ist unsozial, unsolidarisch, und meinetwegen auch unchristlich, diesen Menschen nicht zu helfen, oder sie gar an-zu-feinden.

„Aber wenn die Stille kommt, dann sind wir da. Dann sind wir eins.“

Ich will mich auch nicht darüber unterhalten, wie ihr zu diesem Thema steht – jeder hat seine Meinung und das ist OK. Aber falls jemand Interesse hat beispielsweise etwas zu spenden, oder gemeinsam Familien zu unterstützen, dann können wir über ein „Wann?“ und „Wie?“ gerne diskutieren.

So… bis neulich.

Photo ausgewählt von Navid: The three monkeys

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Navid Bio:

Der Sohn von zwei tollen Menschen, die Ihre Wurzeln in dem Iran vergraben haben und nun als vorbildlich lebende deutsche hier schon seit einigen Jahre „Hausen“. Geboren in Darmstadt, Aufgewachsen in Teheran, nun steh ich hier in Frankfurt. Meine Identität ist mir selber noch nicht bewusst. Bin in Iran der Ausländer, hier …nun ja, auch Ausländer. Allein meine schwarzen Haare und braunen Augen verraten mich: „der Junge, der ist doch bestimmt aus der Türkei.“

Zurück zu meine Identitätslosigkeit, wer bin ich jetzt? Weiß keiner so genau.

Na gut kein Mitleid, ich fühle mich überall wohl auf der Erde. Man muss seine Familie und Freunde bei sich haben, dann geht es. Außerdem die Erde gehört doch niemanden, wieso muss ich mich für ein Land entscheiden.

Leute fragen mich dauernd ob ich religiös wäre, meine Antwort ist meistens gleich: „Ja ich bin sehr religiös.“ Aber meine Antwort schockt die meisten Leute auch. Ich bin nämlich der Meinung, dass meine Götter, meine Eltern sind. Sie haben mich zur Welt gebracht, sie sind und werden immer für mich da sein. Ich hab gelacht, geweint, geschrien, getanzt, gegessen und alles erlebt mit ihnen. Ich glaube ich hab sogar öfters zu ihnen gebetet… sei es drum, im Endeffekt kann ja jeder an das Glauben, was er für richtig hält. Nenn es Buddha, Allah, Gott oder was weiß ich… wir Menschen brauchen etwas, woran wir glauben können.

Ich war nie der Klassenbeste in der Schule, ich hatte nie die besten Noten oder bin irgendwie aufgefallen, weil ich intelligent war. Ich hab nie irgendeine Sprache perfekt gelernt. Spreche mehrere Sprachen und kann mich irgendwie artikulieren, kann aber, ohne Witz, keine Sprache perfekt.

Ich arbeite seitdem ich 16 bin, hatte diverse Nebenjobs, Fragwürdige Erlebnisse und ganz wenig Geld.

Ich bin Sportbegeistert, aber auch sehr oft faul. Ich spiele seit gefühlt 1 Million Jahre Handball, Basketball, Fußball, Tennis, American Football usw. Wirklich, spiele jede einzelne davon total gerne und behaupte sogar von mir, dass ich unbesiegbar bin….

Das hier ist ja eine Art Biografie über mich, etwas anders als man es kennt, aber ich war nie „normal“ … also, weitere Information aus meinem Leben, ob in der Vergangenheit oder Gegenwart, werden aktualisiert anhand einer Kolumne.

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