ÜberBrücken

Kollektives Netzwerk für kulturelle und sozial-kulturelle Projekte

ÜberBrücken ist ein kollektives Netzwerk zur Entwicklung und Gestaltung von sozial-kulturellen und kulturellen Projekten, mit dem Ziel besonders Menschen in sozial benachteiligten Lebenssituationen kreativ-künstlerische Impulse zu geben, ihre Ressourcen freisetzen, Kompetenzen zu stärken und diese zukunftsorientiert zu gestalten. Gleichzeitig soll die Arbeit mit verschiedenen Bündnispartnern den Zugang zu lokalen Netzwerken (Kulturzentren, Institutionen, Beratungsstellen…) schaffen, die alle Beteiligten, nachhaltig nutzen können.

Joy and fun in the sun
Fotografie Doro Weigt

 

UeberBruecken moving forward by an EU project/ bewegen sich weiter mittels eines EU Projektes 2017-2018:

Ziel dieses Projekts ist es in relativ kurzer Zeit (2017-2018) innovative und wirksame Kompetenzen für Fachkräfte im pädagogisch, therapeutisch und künstlerischen Fachbereich, zusammen mit ihren KollegInnen der Partnerorganisationen, aus Italien, Spanien und Deutschland zu entwickeln, auszutauschen und mit den betroffenen Personen ihrer Organisationen zu teilen und zu realisieren. Übereinstimmend mit der für 2020 entworfenen europäischen Strategie, wollen wir die Chancen für die genannten ArbeitnehmerInnen, in Bezug auf die Qualität der Vorbildung und die der Ausbildungsumstände in ihrem Kontext deutlich verbessern. Mittels der erworbenen innovativen Methoden, werden die PädagogInnen ihre Kompetenzen stärken und gleichzeitig stimulieren, in der Erwachsenenbildung mittels effektiver Methoden, für sozial ausgegrenzte Personen mit Risiko der Marginalisierung anzuwenden.

 

texte en françaistext auf türkischtext in persisch

text in english   Text auf arabisch

 

In diesem Jahr konnten wir drei Tanztheater Jugendprojekte für Euch anbieten, die von April bis August an unterschiedlichen Orten in Frankfurt am Main und dem Wetteraukreis realisiert wurden.

In den Sommerferien fand eine Wiederholung des erfolgreich abgeschlossenen Abenteuer Sommerferien Projekts von 2016 statt (siehe Trailer unten).

2017 05 08 Flyer final mit uhrzeitenTanz durch den SommerWEB
Flyerdesign Simone Wedel

Das Sommerprojekt, „Tanz durch den Sommer – durch Stadt und Land“wurde wieder in Frankfurter Stadtparks realisiert, aber auch im Wetteraukreis, wo Berge, Wälder und Seen auf uns warteten.

Ein Sommerprojekt für Jugendliche, die im Sommer, etwas „Besonderes“ erleben möchten.

Tanz- Theater- Musik- Akrobatik- Maske- Fotografie- Parcours- Malen- Stelzenlaufen- Figurenbau/Spiel- Jonglieren – Bodypainting/Körperbemalung und Ausflüge in die Stadt Frankfurt und dem Umland zu kulturellen Aktivitäten stehen auf dem Plan.

Vor allem Freude miteinander teilen und neue Freunde aus vielen verschiedenen Kulturen kennen lernen sind „inbegriffen“ ( siehe Trailer Sommerprojekt 2016).

Weitere Informationen zu den Workshops, den  Orten, den Daten, den künstlerischen Aktivitäten,  Gestalter*Innen, Inhalten und der Unterstützung  findet ihr auf dieser Seite  hier.

Mit unserem 2. Projekt „Farben des Lebens“ wartete wieder ein künstlerisches Abenteuer auf Euch, dass in einer modernen Kirche im August in der Nordweststadt und auf öffentlichen Plätzen wie z.B. auf der Einkaufsstraße, der Zeil aufgeführt wurde.

Ein gemeinsames Tanztheaterprojekt der „Interkulturellen Werkstatt e.V.“ und dem ÜberBrücken Kollektive.

Der Projekttitel „Farben des Leben – wir sind die Welt von Jetzt“ dient als weitere Inspiration, um individuelle Geschichten von Euch, euren Interessen, Problematiken und Zukunftsvorstellungen aufzunehmen, zu thematisieren und um dafür szenische Übersetzungen zu finden. Die Frage nach dem Umgang mit dem „Fremden“, dem „Anders-sein“ und nach dem, was uns verbindet, wird im Zentrum stehen. Ihr  bekommt Grundlagen des Tanztheaters vermittelt und zusammen mit den von Euch eingebrachten kulturellen Ausdrucksformen vermittelt und lernt Ihr daraus, eigene genre-übergreifende künstlerische Darstellungsformen für eine Performance/Inszenierung zu kreieren.

Ein integratives performatives Happening, bei dem das Publikum eingeladen wird zusammen mit uns mit-zu-machen und  zu feiern.

Ein weiterer „interessanter Aspekt“ unserer   Performance ist die Kombination des multilateralen Gebrauchs der neuen Medien. Wir kombinieren Techniken von Video, Computer, Foto, Ton und Internet. Live Stream Projektionen eines Whats-app-Chats, die während der Performance von Euch und ausgewählten Zuschauern aufgenommen werden und danach, mit für interessante Überraschungen während der Vorstellung sorgen wird. Außerdem werden Selfies (Selbstporträts), die von Euch fotografiert und modelliert werden, Interviews über Eure Wünsche oder die der Anderen, Anschauungen und Standpunkte zu verschiedenen Themen Eures Lebens, themenbezogene Textphrasen, auf  verschiedenen Leinwände der Kirche  projiziert oder und  als sound-collagen abgespielt, wenn Ihr daran interessiert seid.

Die Aufführung wurde im Rahmen der Jahres Vorstellung der Interkulturellen Werkstatt e.V. in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche und auf dem Vorplatz der Gemeinde aufgeführt.

Drei weitere Performances fanden in der unmittelbaren Lebensumgebung der Teilnehmer*Innen im Raum Frankfurts statt.

  1. Zu den Interkulturellen Wochen im November, 5 Jahres-Jubiläum der Interkulturellen Werkstatt e.V. am Samstag, 11.11.2017
  2. Wiederaufnahmen in 2018, Immigrations-Buchmesse 2018 und in Kirchengemeinden.
  3. Öffentlichen Performances sind auf dem Gelände des JuKuZ Höchst und auf offiziellen Feiern der AWO Hessen Süd geplant.

Unser drittes Tanztheater Jugendprojekt mit dem Titel “ Wir sind die Welt von Jetzt- Farben des Lebens“ ist eine Kooperation mit den Jugendlichen des Valentin Sengerhauses und Frankfurter Jugendlichen, so wie der Interkulturellen Werkstatt e.V..

Flyer Wir sind die Welt von Jetzt Jugend projekt von ueberbruecken 2017
Kollage von Simone Wede

Im Zentrum stand die Schaffung eines künstlerischen Begegnungsraums für Jugendliche und junge Erwachsene, Geflüchtete, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund aus verschiedenen Altersstufen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen, aus Frankfurt und der Umgebung.

Die beteiligten Kooperationspartner und verschiedene assoziierten Institutionen in Frankfurt und Umland, haben die dringende Notwendigkeit eines Fortbestands transkultureller und  integrativer Kulturarbeit betont. Integration und Diversität bedarf eines Prozess des sich gegenseitigen Kennen-und Erleben Lernens. Dazu setzt die Arbeit des ÜberBrücken Kollektives seit beinahe 3 Jahren Maßstäbe und versammelt über diesen Zeitraum viele Personen, die teilweise erst vor kurzem nach Deutschland geflüchtet und/oder migriert sind.

Ein partizipatives Projekt, das konfrontierende Fragen in direkter Zusammenarbeit mit sozialen Netzwerken und erfahrenen sozialpädagogischen, künstlerischen und therapeutischen Akteur*Innen kreativ übersetzt  und gemeinsam suchten wir nach einer theatralen „Alternative“, in der das multikulturelle Miteinander den Mehrwert der Vielfalt demonstriert. Die Zusammensetzung der im Projekt angestrebten Gruppe zielte auf einen breit angelegten kulturellen Erfahrungsaustausch, mit der Absicht, des sich „besser“ kennen und verstehen Lernens, dem Wahrnehmen von kultureller Vielfalt und dem künstlerischen und spielerischen Umgang mit dem „Fremden“ und dem „Verbindenden“.

Artikel über Performance Farben des Lebens:
Vergessen – für eine Weile zumindest 
Doris Stickler / Evangelische Sonntagszeitung / August 2017-08-13

20917113_654911031380619_2141195338_n

Theater Vergessen – für eine Weile zumindest Doris SticklerVergnügt balancieren die Darsteller rot-blaue Schaumstoffmatten auf ihren Köpfen. Doch die Last wird schwerer, drückt die Menschen zu Boden. FRANKFURT. Zeit zu haben, ist ein Luxus. Auch beim Einstudieren von Theaterstücken. Und genau dies hatte das Ensemble der Interkulturellen Werkstatt in Frankfurt.

So konnte jeder einzelne Darsteller eigene Erlebnisse und Erfahrungen in das Stück mit einbringen. Ob Flüchtling oder Einheimischer. 10.08.2017eszArtikel: Download PDF Drucken Teilen Feedback Graziös tänzelnd, bisweilen drehend oder rhythmisch den Körper wiegend, betreten Frauen und Männer nacheinander den Kirchenraum. Mit bedächtigen, dann immer hastigeren Schritten durchschreiten sie kreuzförmig die mit Bänken abgegrenzte Manege. Auf ihren Häuptern balancieren sie dabei rot-blaue Schaumstoffquadrate – zunächst vergnügt, doch bald ächzend unter der Last.

Probe Performance Farben des Lebens 2017 Fotografie Doro Weigt
Fotografie Doro Weigt

Farben des Lebens – Wir sind die Welt von Jetzt Irgendwann folgt der Befreiungsschlag. Sie schleudern mit Freude die Platten weit in die Luft, um deren puzzleartig ausgestanzten Ränder am Ende zu einer Fläche zusammenzufügen. Ein Akt, der dem Projekt der Interkulturellen Werkstatt (IKW) im wahrsten Sinne des Wortes den Boden bereitet. Unter dem Titel »Farben des Lebens –

Nationen der Welt Performance Farben des Lebens 2017
Fotografie Frank Haendeler

Wir sind die Welt von Jetzt« stellte die IKW mit dem Netzwerk »ÜberBrücken« eine multidisziplinäre Performancerevue auf die Beine, die nicht nur die Grenzen zwischen den Genres niederreißt. So bunt wie die Mischung aus Körpertheater, Tanz, Akrobatik, Stelzenkunst, Video und Musik ist auch das Ensemble. Erfahrungen einbringen Wie in den vergangenen Jahren wirken Einheimische und Geflüchtete an einer Inszenierung mit, in der sie ihre unterschiedlichen Erfahrungen und ihre jenseits von Alter, Nationalität und Religion liegenden Gemeinsamkeiten gleichermaßen zum Ausdruck bringen.

Wie schon der Titel verrät, zeigt »Farben des Lebens«, dass Vielfalt bereichert. Interkulturelles Projekt Der Choreograph Frank Händeler und die Videokünstlerin Simone Wedel legten bei dem Stück entsprechend großen Wert auf Teamarbeit. Die beiden Initiatoren von »ÜberBrücken«, einem bundesweit agierenden »kollektiven Netzwerk für kulturelle und sozial-kulturelle Projekte«, entwickelten alle Szenen mit den mehr als 30 Akteuren.

Performance farben des Lebens Regenschirm Szene 2017
Fotografie Doro Weigt

«Schockierende Nachrichten Dass aus der zufälligen Begegnung mit der IKW-Vorsitzenden Christa Hengsbach während einer Theaterpädagogen-Tagung ein multidisziplinäres Projekt resultierte, schätzt Frank Händeler sehr. Nicht zuletzt, weil ihn die Arbeit auch persönlich vor »ungeheure Herausforderungen« stellt. »Am meisten hat mich schockiert, wie viele der Beteiligten Angehörige und Bekannte hatten, die erschossen worden sind.« Furchtbare Erlebnisse In dieser Hinsicht ergeht es Gabi Buchholz ähnlich.

Projektion farben 2017
Fotografie Doro Weig

Die Sekretärin der Hoffnungsgemeinde engagiert sich seit 2013 für Geflüchtete und weiß, dass »sie in ihren Köpfen furchtbare Erlebnisse mit sich schleppen«. Umso mehr begrüßt sie den Effekt des Theaterprojekts. »Nach den Proben gehen die Leute raus und sagen, jetzt habe ich eine Weile alles vergessen.« Spaß ist im Alltag von Geflüchteten selten Bereits zum zweiten Mal dabei, ist Gabi Buchholz im Hintergrund aktiv. Für die jüngste Produktion hat sie an ihrem Wohnort Enkheim in der Sammelunterkunft 15 mehrheitlich aus Syrien stammende Frauen und Männer zum Mitmachen motiviert.

Mit ihnen hält die 56-Jährige via Whatsapp und Facebook ständig Verbindung. Die Arbeit an der Inszenierung sei ein »tolles Miteinander, das von Vertrauen getragen wird«. Da Mimik, Gestik, Bewegung und Musik im Vordergrund stehen und auf Worte weitgehend verzichtet werde, finde jeder seinen Part. Wenn Gabi Buchholz bescheinigt: »Es macht allen einen riesen Spaß«, ist das auch für Außenstehende nicht zu übersehen.

Frank Haendeler Choreograf Kolage Probe zu Performance Farben des Lebens Fotografie Doro Weigt 2017
Fotografie und Kollage Doro Weigt

Selbst wenn Händeler eine Szene zum fünften Mal wiederholt, sind alle unvermindert dabei. Manche der Mitwirkenden sprechen mit ihren Körpern und Bewegungen derart überzeugend, dass man sie für Profis halten könnte. Die erworbenen künstlerischen und sozialen Kompetenzen besitzen nach Erfahrung des Choreographen eine nachhaltige Wirkung. »Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihrer Lebenswelt mit mehr Selbstbewusstsein begegnen.

2016 Foto Amir Feder im Wind Arbeitsprozess-1
Fotogafie Za

.« So nimmt Amir nicht ohne Grund den weiten Anfahrtsweg in Kauf. Der 16-jährige Afghane reist aus einer Unterkunft für unbegleitete Flüchtlinge in der Nähe von Wiesbaden an, um sich ausleben zu können und um auf andere Gedanken zu kommen. Derlei Motive spielen bei allen eine ausschlaggebende Rolle. Vergnügliche Unternehmungen sind im Alltag von Geflüchteten rar gesät.

»Wir wollen mit den Theaterprojekten den Austausch zwischen den Kulturen, das friedliche Zusammenleben und das gegenseitige Kennenlernen fördern«, fasst Christa Hengsbach das Anliegen des Vereins zusammen. Riesenpuppe gebastelt. Wie im vergangenen Jahr organisierte die mit der Gesamtleitung betraute Theaterpädagogin im Vorfeld wieder einen Kunstworkshop, in dem die Kulissen für »Farben des Lebens« gefertigt wurden. Unter anderem schufen die Teilnehmenden eine Riesenpuppe, die ihren Auftritt in einer Szene mit überdimensionaler Regenbogenflagge hat.

IMG_4443
Fotografie Doro Weigt
ulrike fotocollage farben des lebens dvon doro
Figuren/Puppengestalterin Ulrike Rosenkranz
simone fotocollage doro farben des lebens
Fotografie und Kollage Doro Weigt

Die Initiator*innen Simone Wedel (Projektkoordination, Tontechnikerin und Video Künstlerin) und Frank Händeler M.A. (Choreograf, Performer, Tanz-Theaterpädagoge und Wissenschaftler), haben sich mit weiteren KünstlerInnen, SozialpädagogInnen, TherapeuTinnen, Sport-Pädagog*innen und freiwilligen HelferInnen zu einem Kollektiv zusammengeschlossen mit dem Ziel der Vernetzung zur Verwirklichung von kulturellen und sozial-kulturellen Projekten.

2016 Abenteuer Sommerferien - workshop 3 foto flagge hand in hand- K ManheshkarimyWorkshop Projekt „Abenteuer Sommerferien“ 2016      Fotografie: Frank Händeler

 

 

Advertisements